Abtreibungszahlen steigen weiter – Kaminski: Wir brauchen endlich eine kinder- und familienfreundliche Politik

Zum zehnten Mal in Folge verkündet das Statistische Bundesamt in Wiesbaden eine Zunahme der behördlich gemeldeten Abtreibungen. Zwar hat sich die Zahl nur leicht erhöht – + 0,2 % im Vergleich zum Vorjahr – das ist jedoch kein Grund zur Entwarnung. Es handelt sich hier um eine weitere Steigerung auf einem bereits sehr hohen Niveau, und widerlegt abermals eindrucksvoll die Behauptung von der „mangelhaften Versorgung mit Abtreibungseinrichtungen“. Wenn zum zehnten Mal in Folge die Abtreibungszahlen gesteigert werden konnten, gibt es zudem ganz offensichtlich auch weder Stigmatisierung noch Kriminalisierung. Was vielmehr wissenschaftlich gut belegt und unbestritten ist, sind die Folgen von Abtreibungen, insbesondere dann, wenn sie ungewollt sind – also auf Grund von äußerem Druck erfolgen. Bei 30 % aller Abtreibungen ist die treibende Kraft hierfür der Kindsvater. Dass Frauen an den psychischen Folgen mitunter massiv leiden, liegt auf der Hand.
Alarmierend ist der Trend, der sich in der Gruppe der Frauen zwischen 30 und 34 bzw. zwischen 35 und 39 zeigt. Dort nahmen die Abtreibungen pro 10.000 Frauen um 7 % bzw. 11 % zu, im Zehnjahresvergleich in der Altersgruppe der 30 bis 34 jährigen um 12, 8 %. Frauen zwischen 35 und 39 trieben gar 31,2 % häufiger ab als noch zehn Jahre zuvor. In dem Alter also, in dem Paare in der Familienplanungsphase sind – Mütter sind bei der Geburt des ersten Kindes im Durchschnitt ca. 32 Jahre alt – , entscheiden sie sich immer häufiger gegen ein Kind. Das ist erschreckend, vor allem auch in Hinblick auf die ohnehin sehr niedrige Geburtenzahl. Schon 2023 sank die Geburtenziffer auf 1,35 Kinder pro Frau, für 2024 ist mit einem weiteren Rückgang zu rechnen: Von Januar bis November kamen in Deutschland bereits 3,1 % weniger Kinder zur Welt als im Vorjahr.
Angesichts dieser Zahlen ist es politisch nahezu zynisch, und demographisch suizidal, wenn die Politik sich anschickt, über kostenlose Verhütungsmittel für alle, krankenkassenfinanzierte Abtreibungen und eine völlige Legalisierung der Abtreibungen nachzudenken. Eine Gesellschaft, in der die Menschen keine Kinder mehr bekommen, ist nicht nur eine aussterbende, sondern auch eine hoffnungslose Gesellschaft, der es an Zukunftsperspektive fehlt.
Die angehenden Koalitionsparteien täten daher gut daran, der Realität ins Auge zu blicken und endlich die notwendigen Weichen für eine familien-, kinder- und frauenfreundliche Politik zu stellen.
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